• Sarah

Vancouver, die Prohibition und der Caesars Salad

Halb fünf, die Abend - Crew findet sich ein, man begrüßt sich, es wird getratscht, gelacht und gegessen. Riesige Teller voll Caesar Salad mit Chicken Nuggets oder Wings stehen überall in der Küche verteilt, im Barbereich oder im oberen Dining Room.


Genau, oder so in etwa, sah mein Alltag aus, um 16:30 Uhr nachmittags, während meiner 2 Jahre, die ich in Vancouver im Cannery Seafood Restaurant gearbeitet habe. Und tagtäglich gab es Caesar Salad, natürlich unter Protesten, man kann ja nicht immer Caesar Salad essen. Wehe aber, wenn er ausgetauscht wurde, ein bisschen Caesar Salad geht schließlich immer.



Knackiger Romana Salat, knusprige Croutons, würziger Parmesan und eine cremige Salatsauce. Zugegeben nicht der leichteste Salat und Diäthaltende sollten einen großen Bogen darum machen, sicherlich ist er aber der Salat mit der größten Tradition und Historie.


Erfunden wurde er von Cesare Cardini, einem Italoamerikaner und Inhaber des Restaurants Caesar’s Place in Tijuana, Mexico. Während der Zeit der Prohibition war Tijuana besonders beliebt bei den Kalifornien, da hier der Alkoholausschank noch immer legal war. Am amerikanischen Nationalfeiertag, dem 4. Juli 1924, so beschrieb es später die Tochter von Cesare Cardini, Rosa, war der Ansturm auf das Caesar’s Place besonders groß und die Küche entsprechend überfordert.


Man brauchte ein schnelles, gut vorzubereitendes Salat - Rezept. So entstand der Caesar Salad.



Wie so oft in der Geschichte berühmter Gerichte und Getränke beanspruchten noch andere Personen den Ruhm für sich. So Cesare’s Bruder Alex, ihm zufolge hieß der Salat ursprünglich „Aviator's Salad“, da er ihn einer Gruppe von Air Force Piloten nach einer durchzechten Nacht zum Frühstück servierte.


Ebenso meldet sich ein weiterer Geschäftspartner zu Wort. Das Rezept des Caesar Salad stamme ursprünglich von seiner Mutter.


Auch gab es noch einen weiteren ausgewanderter Italiener und Koch aus Chicago, Giacomo Junia, der das Rezept schon 1903 entwickelt haben will und es nach Julius Caesar benannte, dem berühmtesten Italiener aller Zeiten.


Wie dem auch seid, 1930 eröffnete Cesare Cardini in der Nachbarschaft des Caesar’s Place ein Hotel, das Hotel Caesar’s. Ein beliebter Treffpunkt für Hollywood Stars wie Clark Gable und Jean Harlow. Und noch heute, nach vielen Renovierungen und Inhaberwechseln serviert das Hotel noch den original Caesar Salad.



Hier ein ganz klassisches Rezept mit Hähnchenschlegeln

Für 2 Salatfans:


2 kleine Römersalate

4 Scheiben Weißbrot

2 Hähnchenschlegel

1 Knoblauchzehe

50 g Parmesan


Für das Dressing:

2 frische Eigelb

6 Sardellenfilets

1 TL Senf

1 EL Zitronensalft

4-5 EL + 100 ml Olivenöl

Pfeffer, Salz


Senf, Zitronensaft und Eigelbe verrühren. Die 100 ml Olivenöl in dünnen Strahl hinzugeben, damunterschlagen und hochziehen. Klein geschnittene Sardellen unterrühren. Würzen.


Romanasalat kleinschneide und die Salatsauce unterrühren.


Das Brot in Würfel schneiden und im Olivenöl mit der Knoblauchzehe anrösten.


Die Schlegel auf der Haut anbraten auf mittlerer Hitze, einmal drehen, kurz ruhen lassen und in Streifen schneiden. Mit dem Parmesan und den Croutons auf den Salat geben.


Bon Appetit!

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