• Sarah

Südstaatenidylle, 4,3,2,1... Planter's Punch

Südstaatenidylle  - grüne Wiesen mit großen weißen Kolonialhäusern, große Schaufelraddampfer, der Mississippi und Frauen in langen rauschenden Kleidern, unendlich große Plantagen und Cocktailstunden auf weißen Holzterrassen - in unseren Gedanken stehen darauf Rhett Butler und Scarlett O Hara. In der Hand, wie sollte es anders sein, einen Planter‘s Punch, Rhett Butlers Lieblingsdrink im Filmepos „Vom Winde verweht“.


Doch der Planter’s Punch hat auch ohne die Erwähnung in diesem vierstündigen Filmepos eine große Geschichte. Nehmen wir die beiden Worte mal auseinander. Der Planter – das war der Pflanzer oder Plantagenbesitzer, welches uns wieder zurück in die Südstaaten der USA führt. Der Punch oder Punsch geht wiederum auf eine lange Geschichte alkoholischer Mixgetränke zurück. Diese allerdings oft heiß serviert. Bereits bevor der Begriff Cocktail in 1806 erstmalig schriftlich erwähnt wurde, kannte man bereits die Bezeichnung Punsch und verwendete sie für Mixgetränke, denen man Zucker und Gewürze, manchmal auch Früchte hinzufügte und die nach folgender Faustregel gemixt wurden: „One of Sour, Two of Sweet, Three of Strong, Four of Weak“ (übersetzt ein Teil Saures (Zitronen- oder Limettensaft), zwei Teile Süßes (Zucker), drei Teile Starkes (Spirituose), vier Teile Schwaches (Wasser)).



Der Name „Planter’s Punch“ wurde erstmalig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwähnt.  Hier ein Auszug aus dem Fun Magazine vom 4. September 1878:


“Planter′s Punch! A West Indian Recipe. A wine-glass with lemon juice fill, Of sugar the same glass fill twice, Then rub them together until The mixture looks smooth, soft, and nice.

Of rum then three wine glassfuls add, And four of cold water please take. A Drink then you′ll have that′s not bad– At least, so they say in Jamaica.”





„Planter′s Punch. Ein Rezept aus der Karibik. Füll ein Weinglas mit Zitronensaft, mit Zucker füll dasselbe Glas zweimal, dann misch beides bis die Mischung glatt, geschmeidig und gut aussieht. Füge dann drei Weingläser Rum hinzu sowie vier mit kaltem Wasser. Du wirst ein Getränk erhalten, das nicht schlecht ist,– so sagt man zumindest auf Jamaika.“


Auch hier wird also die Faustregel des Punsches angewandt und er hielt sich lange Zeit unter der Bezeichnung Rumpunsch oder Jamaican Rum Punch. Ob die Festigung des Namens Planter’s Punch tatsächlich mit dem Planter’s Hotel in St. Louis zu tun hatte, in dem Mitte des 19. Jahrhunderts Cocktailvater Jerry Thomas arbeitete, ist unklar. Die Bekanntmachung des Drinks jedoch geht auf die Werbekampagne von Myer’s Rum zurück, der den Rum als besonders geeignet für Planter’s Punch empfahl.



Ähnlich dem Mai Tai wurden auch beim Planter’s Punch unzählige Varianten mit den unterschiedlichsten Zutaten wie fruchtigen Säften und Sirups gemixt. Doch im Gegensatz zum Mai Tai gab es hier kein Standardrezept an das man sich halten konnte, lediglich die Punschformel existierte und wurde über Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgegriffen. So schreibt Wayne Curtis in seinem Buch And a bottle of Rum:


“If rum ifs the archetypal New World Drink—protean, varied, inconsistent—planter’s punch is its cocktail equivalent. Try inventing one yourself. Start with something basic—one of sour, two of sweet, three of strong, four of weak. Then adapt it […]. Try exotic fruit or maybe some bitters. It doesn’t really matter what you do. Planter’s Punch can be constantly reinvented. It’s owned by whomever wants to claim it.”


„Wenn Rum die archetypische Spirituose der Neuen Welt ist – leicht veränderlich, flexibel, unbeständig –, dann ist der Planter’s Punch seine Entsprechung als Cocktail. Erfinden Sie selbst einen. Beginnen Sie mit einer Basis, one of sour, two of sweet, three of strong, four of weak. Dann verändern Sie ihn […]. Versuchen Sie es mit exotischen Früchten, vielleicht Bitters. Es ist eigentlich egal, was Sie machen. Einen Planter’s Punch kann man immer neu erfinden. Er gehört demjenigen, der ihn für sich beansprucht.“


Ich habe somit gleich 2 Rezepte des Planter’s Punch für Euch.

Das erste ist von Trader Vic:

9o ml Jamaika-Rum

30 ml Limettensaft

15 ml Grenadine

10 ml Zuckersirup


Zutaten mit Eiswürfeln shaken und in ein Highballglas abseihen, mit Sodawasser auffüllen





Das zweite das der International Bartenders Association:

45 ml brauner Rum

35 ml frisch gepresster Orangensaft

35 ml frischer Ananassaft

20 ml frisch gepresster Zitronensaft

10 ml Grenadine

10 ml Zuckersirup


Zutaten mit Eis shaken und in ein mit Eis gefülltes Poco Grande Glas abseihen. Mit einigen Spritzern Angostura Bitter, einer Cocktailkirsche und einem Stück Ananas dekoriert servieren.

Sucht Euch eines aus oder probiert Euren eigenen Planter’s Punch … 1,2,3,4… Cheers

contact me

tel. +49 177 266 8033

blogs@all-about-restaurants.com

Gabriel - Max - Str. 66 b

81545 München

tell me