• Sarah

Peru oder Chile? - das ist hier die Frage- der Pisco Sour


Eine Frage, die die Pisco Sour Fan - Welt in zwei Lager spaltet.


Die Sours kann man als eine Untergruppe der Cocktails sehen, die traditionell aus einer Hauptalkoholsorte wie Whiskey, Rum oder Tequila, Zitronen- oder Limettensaft, manchmal Eiweiß und einem “Süßer” wie Triple Sec oder einem Sirup bestehen. Berühmte Beispiele für Sours sind die Margarita, der Sideboard oder der Tequila Sour. Oder eben der Pisco Sour.

Zur Entstehungsgeschichte und der verzwickten Frage: Peru oder Chile?


Der Pisco ist ein Destillat aus Traubenmost – hergestellt aus acht verschiedenen Traubenarten. Das Wort Pisco bedeutet “fliegender Vogel”, eine Stadt und die zugehörige Küstenregion im Süden Perus wurde wegen ihres Vogelreichtums von den Inkas Pisco genannt. Nach ihr könnte der Pisco benannt worden sein.

Theorie I: Peru

Ein amerikanischer Barkeeper namens Victor Vaughn Morris, der in den 1920er Jahren in einer Bar in Lima arbeitete, mixte diesen Drink als Erster – als eine Variation des Whiskey Sour. Der Pisco Sour und sein Erfinder wurden 1921 in dem Magazin Mundial zum ersten Mal erwähnt. Ebenso diese Anzeige in der chilenischen Zeitung South Pacific Mail aus dem Jahr 1924.

Natürlich, wie bei so vielen anderen Drinks der Weltgeschichte, ist sein genaues

Entstehungsdatum unklar und auch er durchlief einige Veränderungen bis er zum Pisco Sour wurde, wie man ihn heute in Millionen Bars weltweit bekommt.


Der Peruanische Pisco Sour enthält Pisco als Basisalkohol, Zitronensaft, Sirup, Eis, Eiweiss und Angostura Bitters.


Theorie II: Chile


Elliot Stubb, ein englischer Steward eines Segelbootes rühmt sich ebenso damit, den Pisco Sour erfunden zu haben und zwar bereits im Jahr 1872, im heutigen chilenischen Städtchen Iquique. Natürlich wurde diese Geschichte widerlegt – und neu aufgerollt – und widerlegt.... und so halten die Streitigkeiten seitdem an.

Das chilenische Rezept wird mit Zucker statt Sirup gemixt und enthält keinen Angostura.

Welcher Fraktion er sich nun anschliesst, bleibt wie immer jedem selbst überlassen. Anzumerken wäre aber noch, dass sich in der Qualität der Piscos selbst schon signifikante Unterschiede finden. So ist beispielsweise der chilenische Pisco ein Massenprodukt und schmeckt wie ein leichter Cognac, der peruanische wird dagegen nur in kleinen Mengen hergestellt und ähnelt im Geschmack einem italienischen Grappa.


In den 30er Jahren schwappte die Pisco Sour Welle auch in die Vereinigten Staaten, wurde Lieblingsdrink einiger Hollywood Stars. So soll John Wayne Ava Gardner nach zu vielen Pisco Sours einmal nach Hause getragen haben. Und auch Ernest Hemingway und Orson Welles schmeckte er wohl vorzüglich.

Ich persönlich schliesse mich der peruanischen Fraktion an und habe meine Freundin Mila aus Peru eingeladen, um mit ihr den Cocktail zu mixen und natürlich auf der Terrasse zu geniessen. Leider ohne dabei auf die Weiten des Pazifiks zu schauen...



Mila’s Rezept:


4.5 cl Pisco

2 cl Zitronensaft

2 cl Zucker- oder Agavensirup

1/4 rohes Eiweiß

Eine Hand voll Crushed Ice

Das Eiweiß in einen Mixer geben und „fluffig“ mixen, dann das Agavensirup hinzugeben und nochmals mixen. Das Eis, Zitronensaft und den Pisco hinzugeben und schaumig mixen. In ein gekühltes Cocktailglas geben und Zimt darüberstreuen.





Und heute?


Heute gibt es einen Pisco Sour Feiertag in Peru – dieser wird am ersten Samstag im Monat Februar gefeiert.


Der Pisco Sour hat eine Facebook Page mit über 1,1 Millionen Likes. Und selbst im nicht allzu peruanischen Deutschland gibt es gleich zwei Pisco Sour Fan Webseiten: www.pisco-sour.org und www.pisco-sour.de.

Die Piloten der peruanischen Luftwaffen sollen vor dem Start in ihren Jets traditionell einen Pisco Sour zu sich nehmen. (Ganz schön gefährlich, oder?)


Was uns auch gleich zu einer Werbekampagne vor einigen Jahren für den Pisco Sour bringt: Ein Pisco Sour – nichts für Anfänger. Eine von der peruanischen Regierung in Auftrag gegebene Kampagne zeigt einige trinkfeste Nationen, wie Schotten, Russen und Mexikaner, die es nach dem Genuss von Pisco Sour umhaut.

Ich hoffe Euch haut er nicht so schnell um und ich wünsche Euch eine sonnige und südamerikanisch angehauchte Cocktailstunde.

Salud!


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