• Sarah

Merry Christmas aus Großbritannien

Hallo, ich bin Mary und ich möchte Euch ein wenig von unseren Weihnachten in England erzählen.


Traditionsgemäß wird in England Weihnachten nicht am 24.12., Christmas Eve, sondern am 25.12., dem Christmas Day gefeiert.


Die Sage erzählt, dass König Artus, der mächtigste und berühmteste König Englands, jedes Jahr zur Weihnachtszeit die edelsten Ritter seines Reiches um sich herum versammelte um mit ihnen ein großes Fest zu feiern. Akrobaten, Schauspieler und Dichter wurden zur Belustigung an den Hof bestellt. Ein großes Festessen begann. Die Pausen wurden mit den Vorträgen der geladenen Künstler gefüllt.


Bis heute wird das englische Weihnachtsfest ähnlich gefeiert. Alle Räume werden mit Misteln, Stechpalmen, Lorbeer und bunten Girlanden geschmückt. Der Höhepunkt des Festes ist wie zu Artus' Zeiten ein möglichst reichhaltiges Menü, das sich über Stunden erstreckt.


Father Christmas bringt traditionsgemäß in der Nacht vom 24. auf den 25.Dezember die Geschenke und stopft sie in die am Vorabend am Kaminsims aufgehängten Strümpfe(stockings). Allerdings nur für brave Kinder !!!!


Die Kinder stellen (um den Father Christmas milde zu stimmen) ein Glas Brandy und Mince Pies (Hackfleischkuchen) für den Father Christmas und Karotten und Wasser für die Rentiere hinaus.


Den Wunschzettel werfen die Kinder in den Kamin, denn Father Christmas liest sie aus dem Rauch, der aus dem Kamin kommt.

Das Dinner ist eher ein Mittagessen, dass am 25.12. in englischen Familien auf den Tisch kommt. Das Festmahl, natürlich kommt Plumpudding und "Gregor", der mit Brot und Hackgemisch, sauren Äpfeln und Pflaumen gefüllte Truthahn mit Cranberry Sauce, auf den Tisch, erstreckt sich über Stunden.


Der Plumpudding, kein Pudding, sondern ein Früchtekuchen wird Wochen im Voraus gekocht. In ihm versteckt man eine Münze und wer sie findet, dem wird Reichtum, Gesundheit und Glück beschert.

Erstaunlich ist, dass sich die sonst eher konservativen Engländer während des Weihnachtsessens Papierhütchen aufsetzen und Knallbonbons platzen lassen! Das Dessert ist oftmals der British Trifle, eine Art Puddingkuchen.

Englische Farmer haben den Brauch des Wassailing eingeführt. Sie haben in der 12. Nacht von Weihnachten in ihrem Garten mit Kuchen und Apfelwein (Cider) gefeiert. Dies sollte eine reiche Ernte für das nächste Jahr sichern. Noch heute wird heißer Apfelwein zu Weihnachten serviert.

Der englische Süßwarenherstellen Thomas Smith brachte Christmas Cracker erstmals von einer Reise nach Frankreich 1844 mit nach England. Um die Jahrhundertwende verkaufte seine Firma bereits 13 Millionen davon jedes Jahr. Sie werden noch heute mit Witzen, Papierhütchen und kleinen Geschenken gefüllt.


Von alters her glauben die Briten an die mysteriösen Kräfte des Mistelzweigs. Schon bei den Römern war er ein Symbol für Frieden und wenn sich Feinde unter dem Mistelzweig treffen, so versöhnen sie sich. Seit dieser Zeit ist es Tradition sich zu küssen, wenn man sich unter dem Mistelzweig trifft.


Der Brauch des Yule Log ist heute leider ausgestorben. Man hat mehrere Holzkeile zusammengebunden und mit Mistelzweigen und Stechpalmen geschmückt. Später am Abend hat man diese dann verbrannt, was dem jeweiligen Haus Glück bescheren sollte.

Viele Familien ziehen am 24.12. in ihrer Nachbarschaft umher und singen Weihnachtslieder.


Eine weitere Tradition der englischen Familien ist es, eine Theatershow, wie beispielsweise Pantomimen zu besuchen. Auch die Kinder haben dort immer Programm. Die Schauspieler heißen Christmas mummers.


Der Christmas Tree wurde erstmals von Prince Albert, Ehemann von Queen Victoria im Jahr 1840 am englischen Hof eingeführt. Er wurde mit Äpfeln geschmückt.

Der Christmas Cake wird am 25.12. nachmittags zum Kaffee serviert. Ein Früchtekuchen mit Marzipan und Zuckerglasur.


Gegen 3 Uhr nachmittags versammelt sich die gesamte Familie um den Fernseher, um der Queen bei ihrer alljährlichen Ansprache an den Commonwealth zu lauschen.

Im Jahr 1922 dachte sich Lord Reith, General Manager der BBC, dass King George V. das neue Medium Radio dazu benutzen sollte eine Weihnachtsansprache an die ganze Nation zu richten. Doch der König empfand das Radio als noch zu experimentell und neu, um dies zu nutzen. Der Lord ließ nicht locker und am 25.12.1932 war es dann endlich soweit: die erste Weihnachtsansprache ging über den Äther:


„An alle Männer und Frauen, so abgeschnitten vom Schnee, Wüste oder Meer, dass nur die Stimme aus dem Radio sie erreichen kann. Und an die, die durch Blindheit, Krankheit oder Schwäche von der Welt abgeschnitten sind. Und an die, die diesen Tag mit ihren Kindern und Enkeln feiern. An alle – jeden einzelnen – ich wünsche ein frohes Weihnachtsfest. Gott schütze Sie.“


Die erste Christmas Card wurde im Jahr 1840 in England verschickt. Heute werden ca. eine Billion Weihnachtskarte pro Jahr nur in England gezählt.

Am boxing day, dem 26.12. werden Schachteln (boxes) mit Essen und Süßigkeiten verschenkt, an Freunde sowie an Milchmann, Zeitungsjunge und Co.

Am 6. Januar klingelt "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt Rätsel;

Wer die Antwort nicht weiß, wird von ihr gebissen(!) und muss die weißvermummte Gestalt verköstigen.




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