• Sarah

Einmal Sylt? Eine Ode an die Friesentorte

Raue Brisen, Reetdächer, weiße Sandstrände, Felsenküsten, das Watt, der Deich, die grüne, manchmal violette Heide, die Dünen, Lämmer, Pferde, Möwen, Muscheln, Leuchttürme, Surfer, Schwimmer, Fahrradfahrer, Wanderer mit quietschgrünem Anorak, reiche Töchter und Söhne im neusten Sportcabrio. Meeresrauschen, Möwenkreischen, Kinderlachen, Hundebellen. Fischkutter, Autofähren, der Syltshuttle. Gummistiefel und High Heels. Friesennerz und Designerhandtasche. Blau-weiße Strandkörbe, Flanierpromenaden, Shanty Chöre. Inselliebe. Krabbenbrötchen, Scholle, Champagner, Rosenmarmelade und Sanddornsaft, Tee und Friesentorte. Die Insel der Reichen und Schönen, die Perle der Nordsee, kurz Die Insel.



Auf dem Weg über den Deich, zurück nach Niebüll haben Millionen Sylturlauber sie im Ohr, diese zwei bekannten Liedzeilen des Ärzte Songs Westerland: „Diese eine Liebe wird nie zuende geh'n! Wann werd ich sie wiedersehen?“ Denn natürlich glaubt jeder, er könnte genau dem entgehen. Könnte einmal im Leben für zwei Wochen nach Sylt fahren, ein bisschen in Westerland herum spazieren, einmal das schöne Kapitänsdörfchen Keitum besuchen, ein riesiges Stück hausgebackenen Kuchen in der Kupferkanne essen, ein paar Gläser Erdbeerbowle und getrüffelte Pommes Frites in der Sansibar geniessen und wieder abreisen.

Und tatsächlich werden mir 90 % aller Sylturlauber zustimmen: Falsch gedacht! Denn bereits während des Urlaubs werden Pläne für das nächste Jahr geschmiedet. Beim Vermieter der Ferienwohnung mal angefragt, wie es im nächsten Jahr aussieht, dem Wirt des neuen Lieblingsrestaurants erzählt, man sehe sich ja im nächsten Jahr schon wieder. Ruck zuck, ist man ihr verfallen, dieser einen Insel. Erklären kann es wahrscheinlich niemand, denn es ist natürlich mehr als ein paar weiß getünchte Reetdachhäuser, mehr als die erholsame Nordseeluft. Eine Leidenschaft, ein Gefühl, eine Herzensangelegenheit.

Natürlich ist es sicher auch nicht die Friesentorte, die man in vielen kleinen Cafés mit einer Tasse Sylter Tee geniessen kann, aber sie gehört doch zu Sylt wie kein anderer Kuchen. Geschichtet aus Mürbeteig, Blätterteig, Schlagsahne und Pflaumenmus zergeht sie cremig im Mund. In Varianten werden noch Nüsse oder Alkohol

hinzugefügt, manchmal kommt sie auf dem Blech daher, manchmal als runder Kuchen, andere nehmen Kirschmarmelade statt Pflaumenmus oder eingekochte Pflaumen.

Tatsächlich gibt es sie natürlich nicht nur auf Sylt. Wie ihr Name schon verrät ist sie eine typische Torten Spezialität aus Friesland, also dem gesamten nördlichen Teil Deutschlands, sowie Teilen Dänemarks in denen sie zusätzlich mit Marzipan hergestellt wird.

Als Geburtsstätte wird übrigens immer wieder das Café Schult auf Amrum genannt, dass zwar nicht die Erfindung der Torte aus Blätterteig, Pflaumen und Sahne für sich einnimmt, doch aber die Namensgebung und mit ihr die Bekanntmachung über die Grenzen Frieslands hinaus.


Ich esse sie am liebsten in der kleinen Teestube in Keitum auf Sylt.

Ich habe Euch ein fixes Rezept herausgesucht.


2 Rollen Blätterteig aus dem Kühlregal250 g PflaumenmusZimt (etwas gemahlen)

500 g Schlagsahne 1 Päckchen Vanillezucker1 Päckchen Sahnesteif

1½ EL Puderzucker zum Bestäuben

Backofen auf 200 °C vorheizen. 


Den Blätterteig in 2 jeweils gleich große Kreise ausstecken (z.B. mit einer runden Backform). Einen der Kreise in 12 gleich große Tortenstücke schneiden. Blätterteig mit Wasser bepinseln und 15 Minuten backen. Auskühlen lassen. 

Die Schlagsahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. Den Blätterteigboden auf eine Tortenplatte legen, mit dem Pflaumenmus bestreichen und etwas Zimt darüberstäuben. 

Schlagsahne vorsichtig darauf verteilen. Die 12 Blätterteigstücke schräg aufsetzen. Servieren oder bis zum Servieren kalt stellen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.


Bon Apetit und einen ereignisreichen Kaffeeklatsch mit den besten Freundinnen.

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