• Sarah

Der Glücksgarant, der Hit, die Pizza

Türkisch, italienisch, amerikanisch, dünn und kross oder dick mit viel Käse im Rand, mit weißer oder Tomatensauce, mit Anchovis und Kapern oder Ananas und Schinken, mit Bolognese, Ei, Spinat, Würstchen, Schinken, Artischoken, Oliven, Peperoni, Mozzarella und Parmesan, ganz frisch und sommerlich mit Rucola und Parmaschinken, edel mit gehobeltem Trüffel, ganz trendy mit Birne, Gorgonzola und Walnüssen, ganz klassisch mit Salami oder Pilzen und für die Unentschlossenen eine Quattro Stagioni, mit allem und vielleicht noch ein paar Extras mehr. 

Pizza, der Alleskönner. Ein einfacher Hefeteigfladen wird zum Star eines jeden Abends und dabei ist es egal, ob es sich um das Familiendinner, das erste romantische Date, der Mädelsabend oder das Champions League Finale - Schauen handelt. Pizza geht immer, mittags, abends, zum Einkehren um 5 Uhr morgens nach einer durchtanzten Nacht oder kalt als Katerfrühstück am nächsten Morgen. Und ist dabei ein wahrer Glückgarant. Wer ein Stück Pizza vor der Nase hat, kann gar nicht schlecht gelaunt sein. Wie auch, eine frisch gebackene Pizza aus dem Holzofen duftet nicht nur himmlisch nach einer Mischung aus frischen Gartenkräutern, der knallig roten Tomatensauce der italienischen Nonna und zart schmelzendem Mozzarella, einer Bäckerei am Morgen und den kleinen Restaurants entlang der Strandpromenade irgendwo in Süditalien im Familienurlaub vor vielen, vielen Jahren - nein auch ihr Geschmack lässt fast jedes andere Lieblingsgericht alt aussehen. Perfekt harmonieren der säuerliche Geschmack des Hefeteigfladens mit der fruchtigen Tomatensauce und dem würzigen, zerschmolzenen Käse und den vielen anderen Zutaten, die nach Belieben variiert und den eigenen Geschmacksvorlieben angepasst werden. 


Ein wahrer Hit also - und woher stammt dieser Hit? Da die Pizza nach wie vor eher in Süditalien zu Hause ist, wird Neapel als Ursprungsort vermutet. 

Brot wird von den Menschen seit Urzeiten gebacken, Brotbacköfen in der ein oder anderen Form sind mittlerweile mehrere tausend Jahre alt. Und auch das belegen dieser, in Form von süßen Kuchen oder herzhaften Fladen wurde bereits in der Zeit vor Christus von Bäckern praktiziert. So entstand beispielsweise der elsässische Flammkuchen, das mittlerweile 4000 Jahre alte orientalische Lahmacun, aber auch das italienische Foccacia und eben die Pizza. 


Pizza Bianco - ohne Tomatensauce mit Bresaola und Parmesan am Gardasee

Da die wenigsten Haushalte über einen Holzofen mit der Hitze, in der die Pizza gebacken werden sollte, verfügten, würden diese vorbereitet und ungebacken zum örtlichen Bäcker gebracht. Später entstand dann der Handwerkszweig der Pizzamacher, der Pizzaiolo, von der man bereits fertige Pizzen kaufen konnte. 

Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden erste Rezepte zur klassischen Pizza mit Olivenöl, Tomatenscheiben, Oregano und Basilikum, just zu der Zeit als die Tomate in Süditalien populär wurde. Der Begriff ist allerdings schon sehr viel älter, so gab es bereits die Pizza pugliese und die Pitta inchiusa, die mit Zwiebeln und Schweineschmalz belegt wurden. 

Die wohl bekannteste Pizza entstand, der Sage nach, am 11. Juni 1889 in Neapel. Der Pizzaiolo Raffaele Esposito war beauftragt worden dem König und seiner Frau Margharita eine Pizza zu servieren und hat diese patriotisch in den italienischen Nationalfarben belegt, in grün (Basilikum), rot (Tomate), weiß (Mozzarella). Später wurde jedoch festgestellt, dass Margharita zu diesem Zeitpunkt bereits einen altertümlichen Pizza Lieferdienst pflegte. Sie hatte mehrere Pizzabäcker, bei denen sie aus 35 verschiedenen Zutaten jeweils ihren Belag auswählte und sich die Pizza aufs Schloß bringen ließ. Esposito war schlichtweg der erste, der dies bekannt machte. 

Und bereits kurze Zeit später gingen die ersten Pizzarezepte zusammen mit der Auswanderungswelle Ende des 19. Jahrhunderts auf Reise in die Neue Welt. Innerhalb Europas dagegen wurde sie erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt. Die erste Pizzeria in Deutschland wurde von Nicolino di Camillo im März 1952 in Würzburg eröffnet.


1984 wurde die Associazione Verace Pizza Napoletana zum Erhalt der einzig wahren Pizza Napoletana und ihrer Tradition gegründet. Diese wurde mittlerweile sogar als Warenzeichen der Europäischen Union eingetragen. 

Die wohl bekanntesten Pizza Varianten sind die: 


Pizza Marinara, mit Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Oregano

Pizza Margherita, mit Tomaten, Mozzarella oder Fior di latte, Olivenöl und Basilikum.

Pizza Napoli mit Sardellen, Oliven und Kapern

Pizza Regina, mit Tomaten, Mozzarella, Champignons, Kochschinken und Oregano

Calzone zusammengeklappt mit Ricotta, rohem Schinken, Pilzen, Mozzarella, Parmesan und Oregano. 

Pizza Tonno mit Thunfisch

Pizza Funghi mit Pilzen

Pizza Quattro Stagioni viergeteilt mit verschiedenen Belägen

Pizza Diavolo mit scharfer Salami oder Wurst

Pizza quattro formaggi mit 4 verschiedenen Käsesorten

Pizza frutti di mare mit Meeresfrüchten

Pizza Hawaii mit Kochschinken und Ananas

…außerdem sind der eigenen Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. 

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