• Sarah

Der, der Dich umhaut wie ein ausgewachsenes Maultier - der Moscow Mule

Maultier - weich, kuschelig, haarig, Kreuzung zwischen einer Pferdestute und einem Eselhengst.


Moskau - groß, bunt, historisch, Hauptstadt der Russischen Föderation.


Die Kombination aus beidem - ein erfrischender Cocktail mit Ingwergeschmack, der es in sich hat.


Der Moscow Mule gehört zu den Highballs und ist eindeutig ein Drink mit spannender Geschichte. Er wurde in den 1940er Jahren in den USA erfunden. Und wie schon bei so vielen Drinks zuvor, stand die Vermarktung von Produkten im Vordergrund - diesmal tatsächlich gleich mehrere.


Ein Moscow Mule in einer lauen Frühlingsnacht im Motel One Berlin - ACHTUNG unbezahlte WERBUNG

Die Chefetage von Smirnoff Vodka und Jack Morgan sassen eines Tages im Jahr 1941 zusammen und berieten sich, wie sie ihre jeweiligen Produkte etwas anheizen könnten. Die Lösung für beide hieß: Moscow Mule und bestand aus dem Ginger Beer von Jack Morgan und Smirnov Vodka.


Jack Morgan erzählte es später so "We three were quaffing a slug, nibbling an hors d'oeuvre and shoving toward inventive genius".


Smirnov Vodka war die erste Destillerie, die Holzkohle zur Filtrierung des Destillats einsetzte. So war der Wodka besonders mild und klar.




Da die Anlagen während der Oktoberrevolution konfisziert wurden, eröffnete Smirnov Brennereien in Istanbul und Paris und nannten sich von da an „Smirnoff“. 1934 machte die Weltwirtschaftskrise auch vor Smirnoff nicht halt und das Unternehmen wurde an die Spirituosenfirma G.F. Heublein Brothers verkauft.


Der Moscow Mule kam an und wurde zu den beliebtesten Drinks Amerikas. Erfunden wurde er in zwar in Manhattan, doch seine Erfinder vermarkteten ihn zuerst an der Westküste der USA. Hier setzten sie eine Marketingkampagne ein, in der Hollywood - Größen für den Wodka werben und machten den zu dieser Zeit noch eher unbekannten Wodka in den USA bekannt. Smirnov Wodka ist heute, rund 70 Jahre später noch immer eine der beliebtesten Spirituosen weltweit.


Der Moscow Mule begann seinen Siegeszug um die Welt und wurde gerade in den letzten Jahren überaus beliebt. Der Spritzer Limettensaft macht ihn frisch, das Ginger Beer spritzig und verleiht ihm etwas Schärfe, der Vodka bringt ihm Würze.

Ginger Beer war in den Anfangszeiten des Moscow Mule noch eher Mangelware, heute wird es in Dosen als auch in kleinen Flaschen in besser sortierten Getränkemärkten angeboten. Als dieses noch nicht so einfach erhältlich war, ersetzte man es oft durch Ginger Ale, welches allerdings sehr viel süßer und weniger würzig ist. Durch die kräftige, hervorstechende Ingwer - Würze des Ginger Beers bringt es den unverwechselbaren Geschmack in den Moscow Mule. Die Wahl des richtigen Vodkas ist in diesem Fall also eher zweitrangig. Diesen schmeckt man bei Zugabe von Ginger Beer sowieso nicht mehr eindeutig heraus. Ginger Beer ist in dem Sinn kein Bier, sondern eine scharfe Ingwerlimonade.


Traditionell serviert wird er in einer Kupfertasse. Allerdings werden auch große Highballgläser sowie die typischen Caipirinha Gläser verwendet. Auch die Kupferbecher sollen bereits von Beginn an Teil der großen Marketingkampagne in den 40er Jahren gewesen sein und viel zum Erfolg des Drinks beigetragen haben.


Ein Moscow Mule mit einem Spritzer Angosturabitter ist ein Kicking Mule, mit Whiskey statt Wodka ein Three Legged Mule, mit Gin ein London Buck und mit Münchner Duke Gin ein Munich Mule.


Sein Rezept:

60 ml Wodka

Saft einer halben Limette

Ginger Beer

Wodka und Limette in ein Highball Glas mit Eiswürfeln füllen und mit Ginger Beer auffüllen.


Cheers, auf viele schöne Frühlingsabende!

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